fortschreitende angstzustände: mastering your mind (1985)

23Jan10

diesmal gibt’s feinsten düsterpunk von einer weiteren deutschen band, die heute vollkommen untergegangen ist, mit dem absolut eingängigen namen Fortschreitende Angstzustände (ich persönlich find die abkürzung FAZ ja fast noch eingängiger). der track ist zu finden auf dem internationalen hardcore-sampler What Doesn’t Hurt Us Makes Us Stronger, erschienen 1985 auf dem berliner Destiny label. zwar finde ich die meisten anderen tracks auf dem sampler eher so la la — hardcore im allgemeinen ist nicht wirklich mein ding –, aber die beiden track von den faz’s sind haben mit hardcore kaum was am hut und sind beide großartig. hier der großartigererere:

Fortschreitende Angstzustände: „Mastering Your Mind“ (3:44)

download mp3 [192 kBit/s; 5,4 MB]

various artists: what doesn't hurt us makes us strongervom What Doesn’t Hurt Us Makes Us Stronger-Sampler
(LP, Destiny 004, 1985)

beide songs sind so, wie so ein bürgersohn wie ich seinen gothic mag: stimmungsvoll, düster-dreckig, melodisch-melancholisch —  ein eintöniger midtempo-beat,  schrebbelige klampfenklänge — alles schön vermollt und dezent verhallt — unterdrückte schreie, depressives gemurmel — wut, trauer und nicht wirklich gravierende psychische problemen… alles drin, alles dran.

höhepunkt in diesem lied ist die beklemmende, aber irgendwie auch unfreiwillig komische passage, wo der sänger ausdruckslos-deprimiert einen nachrichtensprecher imitiert — bizarr die deutsch-englische mixtur:

guten abend, meine damen und herren. this is the deutsche fernsehen, with the tagesschau. ronald reagan has just got elected president again. we have four more years of absolute bullshit. now let’s get on with the local news.

erinnert euch das nicht an einen gewissen gewissenlosen busch? tja: das einzige, was man aus der geschichte lernt, ist: dass man eben nichts draus lernt.

wie dem auch sei, definitiv ein schicket teil. und definitiv eine ungewöhnliche band — ich kenne aus der zeit nichts vergleichbares, höchstens ea 80 hat so ’n gotischen unterton. der andere song, „Over the Edge“, ist übrigens sehr ähnlich (so auch ähnlich gut). und  ansonsten gibt’s von den angstzuständen — nüscht! diese zwei lieder sind die einzigen — keine platten, keine samplerbeiträge, keine tapes. das internet hält sich ebenfalls bedeckt; laut cover des samplers kommt die band aus hannover. sie sind wohl auch auf den diesen namen diesmal verdienenden Chaostagen 1984 aufgetreten — die band in diesem video bei ca. 5:35 könnte es glatt sein, vom sound und von der stimme. wenn jemand mehr weiß, bitte ich um einen kurzen kommentar!

der destiny-sampler lässt sich an mehreren stellen im netz runterladen, etwa bei system//sabotage//chaos — wer deutschen 80er hardcore mag, der wird hier bedient. ich persönlich bevorzuge aber den ausgezeichneten früheren destiny-sampler Mutti’s muntere Melodei, oder den ebenfalls feinen Pogar-sampler Alter! Das Album, wenn man einen einblick in den berliner punk/hardcore mitte der 1980er sucht.

this is a great goth punk song by the completely unknown german band Fortschreitende Angstzustände (let me sloppily translate that as „states of increasing fear“, I think it’s a medical term or something). amazingly, it was released on berlin’s Destiny Records international hardcore compilation „What Doesn’t Hurt Us Makes Us Stronger“ which otherwise contains average 1980s hardcore (not my favourite genre, that). to my knowledge, the two songs on this comp are the only ones ever released by the band, and nothing much is known about them. pity.



One Response to “fortschreitende angstzustände: mastering your mind (1985)”

  1. Thanks for informations about … make us stronger!


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