prokowjews skythische suite

14Mai10

in letzter zeit war ich ja ein wenig unmotiviert. daher mal was anderes: klassik! aber natürlich möchte ich den geneigten mutantenmelodiengenießer nicht verprellen, wesweg es nicht mozart ist, nicht vivaldi, und auch nicht die brandenburgischen konzerte und auch sonst nix süßliches, was vati auflegt, um eine festliche stimmung zu zaubern.

nein: die russen kommen! astreiner heavy metal aus dem 1. weltkrieg, in gestalt des ersten satzes der Skythischen Suite von Sergej Prokowjew, dirigiert von Claudio Abbado 1983.

Sergej Prokowjew / Claudio Abbado: Skythische Suite, 1. Satz: Die Anbetung von Weles und Ala (5:38)

herrlich, nicht wahr? wie man sich denken kann, führte ein solch ungeheuerlicher lärm bei der uraufführung 1916 (bei der der paukist, oder wie das heißt, das fell seiner trommel anscheinend komplett zerschlug) zu einem kleinen skandal in der petersburger musik-schickeria — musikkritikern, die ungehalten den saal verlassen etc.

Sergej Prokowjew (New York, 1918)

Sergej Prokowjew (New York, 1918)

dieses meisterwerk habe ich vor einigen wochen in der berliner philharmonie kennengelernt habe. wie ich inzwischen gemerkt habe, muss man klassik natürlich am besten live sehen — auf konserve fehlt der multimediale kick. etwa wenn die streicher so richtig loslegen und es so aussieht, als würde ein wind durch orchester fegen, wie die sich alle synchron biegen… das gefällt mir! also leute, auch mal ein paar euro lockermachen und sich mal unter die spießbürger mischen.

Sergej Prokowjew

Sergej Prokowjew

wen’s interessiert, der song „The Enemy God Dances with the Black Spirits“ auf dem Emerson, Lake & Palmer-album Works Volume I ist ein cover das zweiten satzes der skythischen suite.

aber wer oder was waren die skythen? wie jeder weiß, waren die skythen ein nomadisches reitervolk, das im 1. jahrtausend vor christus den nahen osten heimsuchten. die englische wikipedia weiß zu berichten, dass ein kennzeichen des skythischen glaubens die verwendung von cannabis durch die wahrsager war. tja, wieder was gelernt — dank klassik!

und wer schon immer mal wissen wollte, welchem toten russischen komponisten er gleicht, der findet beim Dead Russian Composer Personality Test seine erfüllung. ich bin übrigens Dmitri Schostakowitsch (der mit der harry potter-brille).



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