electronica aus den 1950ern und 1960ern

03Okt10
IBM 7090: Music from Mathematics (1962)

IBM 7090: Music from Mathematics (1962)

aufgrund umstellungen in meinem leben gab es in den letzten wochen nix neues hier, und auch die zukunft wird nur ab und zu mal was neues bringen. aber sterben soll mutantenmelodien nicht! noch nicht!

heute gibt es daher mal zwei einblicke in die archäologie der elektronischen musik. in den letzten wochen habe ich das überaus empfehlenswerte buch Hackers: Heroes of the Computer Revolution von Steven Levy verschlungen. er erzählt hier die geschichte der hackerkultur erzählt, von den anfängen der uni-großrechner-hacker der 1960er über die hardware-hacker, die in den 1970ern die ersten „computer für zuhause“ bastelten, bis hin zu den konflikten zwischen hackerkultur und kommerz mit dem boom der computerspiel-branche in den 1980ern, als ehemalige hacker nun firmen führten und somit mit ihren alten ideale in konflikt kamen.

mich hat unter anderem fasziniert, wie früh man schon versucht hat, computern musik zu entlocken. die ersten computer wurden im laufe der 1940er jahre gebaut, hauptsächlich für sog. „ernsthafte“ militärische anwendungen. sobald aber auch anfang der 1950er erste kommerzielle rechner auf den markt kamen, wurde damit allerlei schindluder getrieben — und das ist bis heute so geblieben.

Die Ferranti Mark I (1950)

Die Ferranti Mark I (1950)

hier nun die erste erhaltene aufnahme von computermusik, aufgenommen im herbst 1951 an der uni manchester auf der Ferranti Mark I, programmiert von Christopher Stachey (der übrigens auch das erste dame-spiel auf einem computer programmierte) — komplett mit fehlversuchen, über die sich köstlich amüsiert wird:

Christopher Strachey & Ferranti Mark I: „Medley: God Save the King / Baa Baa Baa Black Sheep / In the Mood“ (2:55)

Die IBM 7090

Die IBM 7090

1962 gab es dann schon ein ganzes album mit elektronischen aufnahmen: Music from Mathematics,  hier eine IBM 7090, programmiert von Max Mathews und anderen. darauf ist auch folgende aufnahme zu hören — das highlight ist hier der bezaubernde frühe computergesang im letzten drittel:

Max Mathews & IBM 7090: „Daisy Bell (Bicycle Built for Two)“ (1:40)

dieses stück inspirierte Arthur C. Clarke übrigens zu der großartigen szene in 2001: Odyssee im Weltall, bei der der „sterbende“ HAL 9000 ein kinderlied zum besten gibt (im englischen eben dieser song, im deutschen „Hänschen klein“).

das vollständige album — das tatsächlich ganz nette experimentelle sounds enthält, und sich allgemein prima zum sampeln eignen sollte — wurde hier hochgeladen. empfohlen!



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